Facebook Marketplace als Unternehmen nutzen?

Gear VR für 25 Euro zu verkaufen. Ebenso Schuhe, Marmelade und Trennwandplatten aus Glaswolle mit 60 mm. Okay, ein Artikel fällt irgendwie raus aus der Aufzählung. Aber generell ist das Angebot eben sehr unterschiedlich. Facebook hat bereits im Oktober 2016 den Marketplace als virtuellen Flohmarkt gestartet. Keine neue Idee. Damals vor eineinhalb Jahren wurde es als Konkurrenz für Ebay und Amazon, mittlerweile aber nach unserer Erfahrung schon etabliert. Die Nachfrage der Nutzer war da. Schließlich wurden schon vorher mit Posts in Profilen nicht mehr benötigte Sachen angeboten, es wurden Tauschseiten und Gruppen angelegt. Damals gab es schon die Vorahnung, dass Facebook auch mit diesem Feature irgendwie Geld verdienen möchte. Klar. Nun sind die Seiten des Marketplace für die Bewerbung aktiviert wurden. Man kann also als Gewerbetreibender dort Ads schalten. Die Überschrift zu diesem Artikel ist aber eine andere, denn die neue Facebook Anzeigenplatzierungen im Marketplace ist noch nicht in Deutschland verfügbar. Deshalb hier eine kurzer Einschätzung, ob man den Facebook Marketplace als Unternehmen auch direkt mit Angeboten schon nutzen kann oder sollte.

Was ist der Facebook Marketplace?

Wer wie wir schon sehr lange bei Facebook aktiv ist und Marketing dort betreibt, wird vielleicht skeptisch sein. Denn bereits 2007 war ein Kleinanzeigen-Marktplatz bei Facebook gestartet, welcher dann wieder eingestellt bzw. verkauft wurde. Der Marketplace ist für professionelle Nutzer von Facebook vielleicht gar nicht so präsent. Denn er ist nur über die App einsehbar und auch nur, wenn man mit dem privaten Profil unterwegs ist. Was man hier nun sieht, sind nach Kategorien geordnete Anzeigen von Privat. Man kann den Standort mit Umkreis über eine Karte auswählen, muss also nicht die Wohnadresse nutzen. Die Angebote selbst reichen von Fahrzeugen, Mietobjekten, Jobs bis hin zu den besagten Konsum- und Gebrauchsgütern aus der Aufzählung oben.

Die Qualität der Angebote ist nun höchst unterschiedlich. Mit Qualität ist gemeint, dass es auch sehr viele Angebote gibt, die nicht in die Kategorie passen oder schlicht unseriös wirken. Das zeigt sich schon im Bereich „Top-Auswahl in deiner Nähe“, wo die typischen Jobangebote im Strukturvertrieb und Arbeiten von Zuhause online stehen. Gerade im Bereich „Immobilien zum Kauf“ ist auch sehr auffällig, dass der Marketplace von Privatnutzern für Firmenangebote genutzt wird, die zudem nicht zur Kategorie passen. Hier findet man in Berlin z.B. ausschließlich seltsame Angebot für Ferienhäuser, Zimmer in Spandau zur temporären Nutzung und so weiter.

Wer also den Facebook Marketplace als Unternehmen nutzen möchte, wählt schon mal ein Umfeld aus, in welchem man seinen Namen nicht unbedingt sehen möchte. Mal abgesehen von den administrativen Beschränkungen, dass man nur als Privatnutzer die Angebote einstellen kann. Manche Nutzer verlinken dann zwar in der Beschreibung auf eine Facebook-Seite, nur ist dies nicht so gedacht. Wichtig ist vor allem, dass die Abwicklung nicht über Facebook erfolgt. Man hat also als Unternehmen keine Möglichkeit einen skalierbaren Shop einzurichten, eine verlässliche Zahlungsabwicklung durchzuführen, wie man es z.B. vom Amazon Marketplace kennt.

Insgesamt ist der Marketplace keine „reife“ Shoppingerfahrung aus Nutzersicht und keine richtige Option für eCommerce über Facebook. Für experimentell eingestellte Unternehmen, Einzelunternehmer mit Dienstleistungen ist die Plattform aber ggf. interessant. Beachten sollte man noch, dass Nutzer die Anzeigen jederzeit melden können. Dies geht mit wenig Aufwand und auch anonym. Die rechtliche Einschätzung der Nutzung als Unternehmen überlassen wir anderen.

P.S. Facebook hat zum Marketplace eine recht sinnfreie FAQ online. Zu allen Fragen gibt es derzeit als Antwort „Diese Funktion ist derzeit nicht für alle Nutzer verfügbar.“ LOL.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.